Korruption
Was ist Korruption?
Korruption ist der Missbrauch einer anvertrauten Machtstellung zum privaten Nutzen. Unter diese Definition fallen verschiedene Erscheinungsformen wie aktive und passive Bestechung, private Korruption, Schmiergeldzahlungen oder auch subtile Spielarten wie das gezielte Anfüttern oder die Vetternwirtschaft. Die Bestechung eines Amtsträgers ist eine besonders schwere Form von Korruption und erhält in der internationalen Korruptionsbekämpfung spezielle Aufmerksamkeit. Dabei bietet der Bestechende dem Amtsträger unrechtmässige Geldzuwendungen, Geschenke oder auch immaterielle Vorteile an und erhält dafür eine pflichtwidrige Gegenleistung. In der Schweiz ist die Bestechung von schweizerischen wie auch fremden Amtsträgern strafbar.
Welcher Schaden entsteht?
Für die direkt involvierten Personen (Bestechender und Bestochener) führt die Korruption zu einer Win-win-Situation, bei der es weder ein klar zu bestimmendes Opfer gibt, noch ein sofort sichtbarer Schaden entsteht. Zusätzlich fehlen häufig eindeutige Beweise, was eine erfolgreiche Aufdeckung dieser Fälle erschwert. Experten sprechen von einer Dunkelziffer zwischen 97 bis 99 Prozent. Folgeschäden von Korruption betreffen Wirtschaft und Gesellschaft gleichermassen und gehen weit über den von der Weltbank geschätzten Betrag von 1000 Mrd. US-$ jährlich bezahlten Bestechungsgeldern hinaus. Es sind dies: Falsche Ressourcenallokation, Verschärfung der Armut, geringeres Wirtschaftswachstum oder auch der Vertrauensverlust in die staatlichen Institutionen. Im Privatsektor sind Unternehmen von Korruption betroffen, wenn Mitstreiter mit Korruptionspraktiken den fairen Wettbewerb umgehen. Unternehmen, die selbst in Korruptionsdelikte verwickelt sind, machen sich erpressbar und riskieren bei deren Aufdeckung einen enormen Reputationsschaden.
Korruption und der Finanzplatz Schweiz
Potentatengelder und Geldwäscherei lassen sich nur schwer gänzlich von Korruption trennen. Die unrechtmässige Plünderung der Staatskassen lässt sich kaum korruptionsfrei gestalten. Der Geldwäscheprozess wird beispielsweise dann von Korruption begleitet, wenn dazu ein Finanzintermediär bestochen wird. Werden solche Gelder auf Schweizer Banken gelagert, kann das Bankgeheimnis nur dann aufgehoben werden, wenn ein begründeter Verdacht auf Geldwäscherei besteht, die vermutete Tathandlung nach Schweizer Gesetz strafbar ist und ein Verbrechen darstellt.
Transparency International (TI) Schweiz: Die Schweizer Nichtregierungsorganisation setzt sich für Korruptionsprävention und -bekämpfung in der Schweiz ein. TI Schweiz ist die Schweizer Sektion von Transparency International und arbeitet eng mit der Mutterorganisation und anderen nationalen Sektionen zusammen. (www.transparency.ch)
Basel Institute on Governance (BIG): Das BIG ist eine unabhängige und gemeinnützige Organisation, die Forschung und Beratung in den Bereichen Governance und Rückführung von gestohlenen Vermögenswerten anbietet. (http://www.baselgovernance.org)
Internationale Akteure:
Transparency International: TI ist ein globales Netzwerk mit über 90 nationalen Vertretungen mit dem Ziel Korruption zu bekämpfen. (www.transparency.org)
SECO: http://www.seco.admin.ch/
International Chamber of Commerce: http://www.icc-switzerland.ch
Eidgenössisches Justiz- und Polizeidepartement EJPD: http://www.ejpd.admin.ch/
OECD : http://www.oecd.org