Tatort Finanzplatz Schweiz - Ein fiktives Fallbeispiel

UNTERNEHMER aus Land X

Korruption: Ein erfolgreicher Unternehmer aus Land X besticht einen Staatschef in dessen Land Y um einen lukrativen Auftrag zu erhalten (aktive Bestechung).
Steuerhinterziehung: Er beschliesst den Gewinn aus dem korrupten Auftrag vor den Steuerbehörden seines Heimatlandes zu „verstecken“.
Kapital-/Steuerflucht: Entgegen den strikten Kapitalexportbeschränkungen seines Landes, lässt er das Geld in die Schweiz auf ein Bankkonto transferieren.
Bankgeheimnis:  Seine Absicht ist, die Gelder somit vor den Steuerbehörden seines Landes geheim zu halten.

 

STAATSCHEF aus Land Y

Korruption: Der Staatschef  aus Land Y nimmt das Bestechungsgeld vom Unternehmer an (passive Bestechung) und erteilt ihm sodann den Auftrag.
Potentatengelder: Zusammen mit anderen Geldern, die er aus der Staatskasse abgezweigt hat, will er die Bestechungsgelder ins Ausland schaffen.
Geldwäscherei: Das Geld soll dort gewaschen werden um die illegale Herkunft zu verschleiern.
Offshore: Der Staatschef lässt die illegalen Gelder über Offshore-Finanzzentren in den legalen Wirtschaftskreislauf einspeisen.
Bankgeheimnis: Das gewaschene Geld wird schliesslich auf einem Schweizer Bankkonto einer Bank, die auch den Unternehmer betreut, transferiert.

Illegitime Schulden: Unterdessen werden im Land Y die korrupten Machenschaften des Staatschefs aufgedeckt. Er wird kurzerhand abgesetzt. Seine Nachfolgeregierung entdeckt mit Schrecken den hinterlassenen Schuldenberg.