Transparenz im organisierten Sport: Ratgeber für Verbände
Sport hält gesund, bringt Menschen zusammen und vermag zu begeistern. Dass er auch Schattenseiten hat, wird gerne ausgeblendet. Doch wie andere Bereiche der Gesellschaft ist auch der Sport von Korruption und betrügerischen Machenschaften nicht gefeit. Dies zeigt nicht nur der jüngste Wettskandal im europäischen Fussball, von dem in der Schweiz 22 Spiele der Challenge League sowie sechs Testspiele betroffen sind. Im Mai bestrafte der Schweizerische Fussballverband neun Spieler mit Sperren zwischen einem und drei Jahren oder gar für unbestimmte Zeit.
Im Auftrag von Swiss Olympic hat TI Schweiz einen Ratgeber für Sportverbände verfasst, der sie auf die Gefahren der Korruption hinweist und Präventionsmassnahmen vorstellt. Viele Sportverbände, haben sich noch kaum mit der Problematik befasst. Zum Teil herrscht die Meinung, dass Korruption ein Phänomen sei, gegen das man sich nicht schützen kann. Diese Annahme widerlegt der Ratgeber und zeigt auf, dass mit geeigneten Massnahmen dem Problem vorgebeugt werden kann. Eine Checkliste erlaubt es den Verbänden, einen Überblick über die Korruptionsrisiken innerhalb der eigenen Strukturen zu gewinnen.
Verschiedene Formen der Korruption
Korruption tritt im Sport in verschiedenen Formen auf. Nicht nur im Zusammenhang mit dem sportlichen Wettkampf, auch bei der Organisation von Anlässen oder bei Spielertransfers kann es zu Betrug und Missbrauch kommen. Dabei muss nicht zwingend eine böse Absicht vorliegen, um eine illegale Handlung zu begehen. Offeriert ein Funktionär beispielsweise einem Beamten ein Geschenk, um rechtzeitig zu einem wichtigen Sportanlass eine Bewilligung zu bekommen, meint er möglicherweise, im Interesse des Verbandes zu handeln. Aufgrund der Tatsache, dass er dabei einen Amtsträger besticht, macht er jedoch nicht nur sich, sondern möglicherweise auch seinen Verband strafbar. Denn auch dieser untersteht als Verein der strafrechtlichen Unternehmenshaftung. Der Sportverband haftet somit für die Bestechungshandlungen seiner Mitarbeitenden und Athleten, sofern er keine präventiven Massnahmen ergriffen hat, um solche Straftaten zu verhindern.
Der Ratgeber zeigt auf, dass Korruption im Sport nicht unvermeidlich ist und schlägt eine Reihe von konkreten Massnahmen vor, mit denen Verbände und Vereine dem Problem vorbeugen können. Beispielsweise sollte für alle wichtigen Entscheidungen das Vier-Augen-Prinzip als Grundsatz festgelegt werden, um die Anreize für missbräuchliches Verhalten zu vermindern. Ein klar formulierter Ethik-Kodex kann die Integrität innerhalb der Organisation zusätzlich fördern.
Der Ratgeber „Transparenz im organisierten Sport“ wurde an die 82 Mitgliederverbände von Swiss Olympic verteilt. Zusätzlich offeriert TI Schweiz den Verbänden jeweils eine kostenlose Erstberatung zu den Korruptionsrisiken innerhalb ihrer Organisation. Damit leistet TI Schweiz einen Beitrag zur Fairness im Sport – auf und neben dem Feld.
